Die Personen, die die Krise nun mit verschiedensten Geldpolstern (Steuergelder)  bekämpfen wollen, sind die Personen, die die Krise in Wirklichkeit auslösten. In den letzten 20 Jahren hat sich die Politik stark dem Renditedenken der Wirtschaft untergeordnet. Gute politische Rahmenbedingungen und  die weltweite Globalisierung waren immer gute Rahmenbedingungen für die Unternehmen und für möglichst hohe Gewinne. Diese wurden leider von kriminellen Personen aus der Finanzwelt missbräuchlich  verwendet.
 
Der Wert der Arbeit und die Lebensqualität der Beschäftigten wurden hingegen vernachlässigt. Die enorme Flexibilisierung  der Arbeit zu Ungunsten der Beschäftigten hat auch den Sozialstrukturen in den Ländern der Welt  geschadet. In vielen Unternehmen ist ein Teil der fest angestellten Beschäftigten durch Leiharbeiter oder andere temporäre Arbeitsverhältnisse ersetzt  worden.
 
Nicht wegleugnen kann man aber den technischen Fortschritt  in der Industrie, der immer mehr Arbeitsplätze vernichtete. Wie wir bereits in der letzten Ausgabe berichteten nahm die Wirtschaftskrise in der Automobilindustrie ihren rasanten Verlauf. So stehen  nun 27 Millionen neue Automobile der verschiedensten Marken auf Lager.


Lohnverzicht  kein  Ausweg aus der Krise
Mitte Mai 2009 sind in Wien, Madrid, Brüssel, Prag und Berlin Zigtausende  Demonstranten auf die Straße gegangen, um Widerstand zu leisten gegen den Versuch der Arbeitgeber und Manager, die Arbeitnehmer für die Krise zahlen zu lassen. Der richtige Ansatz liegt in der Verteilungspolitik des Bruttonationalproduktes. Mit der notwendigen Regulierung der Managergehälter ist es nicht abgetan. Vielmehr wird von allen Beschäftigten und Arbeitgebern ein finanzielles Opfer verlangt. Schließlich wird es ja keinen Schuldigen für die Krise geben.

 
Kurzarbeit oder kürzer arbeiten
Momentan befinden sich in Österreich ca. 66.000 Beschäftigte in Kurzarbeit maximal 12 Monate. Da mit einem weiteren Anstieg zu rechnen ist, fordert der Sozialminister eine Verlängerung bis  auf 24 Monate. Es stellt sich die Frage, wie sieht es hier mit dem sozialen Gewissen der übrigen Beschäftigten und Politiker  aus,  die bis jetzt keine Lohn- oder Gehaltseinbußen haben?  Hinzu kommen noch die 300.000 Arbeitslosen, die auf noch mehr Geld verzichten müssen.

 
Solidarität wird notwendig
Vom 30.Juni bis zum 2. Juli 2009 findet im Wiener Messezentrum der 17.ÖGB- Bundeskongress statt.
 
Interessant wird es dort sein, welche Maßnahmen für die Bewältigung  der Wirtschafts-Beschäftigungskrise hier vorgeschlagen und gefordert werden.
Die Einführung einer 35 Stundenwoche für ALLE wäre sicher angebracht. Die viel gepriesene Sozial­partnerschaft  in Österreich muss nach dem ÖGB Slogan „STARK – SOZIAL - GERECHT"  entsprechende Taten zum Wohle unserer Gemeinschaft  setzen. Von allen  Be­völkerungsgruppen  werden „Opfer“ verlangt werden müssen. Gestärkt aus der EU Wahl 2009   können nun unsere Politiker die Wahl­versprechen  mit ihren Finanz – und Sozialexperten   zur  Bewältigung der Krise einlösen. 

Otmar Höfler