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Eigentümer, Verleger, Herausgeber und Vervielfältiger:
Arbeitsgemeinschaft parteifreier Gewerkschafter.

Für den Inhalt verantwortlich:
Rudolf Fischer,
1062 Wien,
Stumpergasse 49,
Tel.: 57 34 63

 

 

 

VORWORT

Den Wunsch meiner Freunde von der Arbeitsgemeinschaft parteifreier Gewerkschafter, meine Gedanken zum Problem der Mitbestimmung als Diskussionsgrundlage aufzuzeichnen, bin ich aus mehreren Gründen bereitwillig und gerne nachgekommen. Daß es sich dabei nur um eine Skizze handeln konnte, versteht sich von selbst. Ich hoffe, daß eine breite Diskussion mithelfen wird, zu endgültigen Formulierungen zu führen, die für die Arbeitsgemeinschaft als verbindlich anerkannt werden.

Ich hoffe auch, daß die Diskussion über dieses Thema das Bewußtsein der parteifreien Gewerkschafter vertieft, daß sie zwar einer parteifreien, nicht aber einer unpolitischen Organisation angehören. Die Ziele, die sich die Arbeitsgemeinschaft gesetzt hat, sind von hoher politischer Aktualität. Dies wird nicht weniger wahr, seit das Schlagwort von der "außerparlamentarischen Opposition“ ins Leben getreten ist, und diese "außerparlamentarische Opposition" sich in mannigfacher Form äußert.

Die Arbeitsgemeinschaft parteifreier Gewerkschafter empfindet sich selbst als ein natürlicher Zweig am Stamm der traditionellen Arbeiterbewegung. Ohne diese hätte sie keine Daseinsgrundlage. Sie wird aber von manchen ihrer Gegner als eine “Rechte Gruppe" bezeichnet. So wenig das richtig ist, hat es doch so viel für sich, daß auch positive Gedankengänge der politischen Rechten, des Konservatismus, in der Arbeitsgemeinschaft als Diskussionsthema ihren Platz haben und haben müssen. Dieser Beitrag zum Problem der Mitbestimmung, könnte ein Anstoß dafür sein, etwas Bewegung in das konservative Denken unseres Landes zu bringen, das weithin erstarrt ist, und den Konservatismus als reaktionär mißversteht.

 

Wien, im November 1968                      Walter Pollak