PFG fordert nach Anhebung der Höchstarbeitszeit durch ÖVP, FPÖ und Neos einen unverzüglichen Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder.
„Nachdem ÖVP, FPÖ und Neos mit Beschluss des 12-Stunden-Arbeitstags und der 60-Stunden-Arbeitswoche noch mehr in das Familien-, Vereins- und Sozialleben eingegriffen haben, müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für den „Ernstfall“ vorsorgen. Jeder, der auch nur eine blasse Ahnung von der Arbeitsrealität hat, weiß, dass die von ÖVP, FPÖ und Neos gepriesene „Freiwilligkeit“ nicht der Realität entspricht. Kaum ein Chef wird akzeptieren, wenn eine Arbeitnehmerin ständig die „Freiwilligkeit“ in Anspruch nimmt und den Wunsch nach längerer Arbeit ablehnt, „weil die Kinder zu versorgen sind“. gibt sich der stellvertretende Bundesobmann der parteifreien Gewerkschafter_innen Österreich, Sigi Gierzinger, überzeugt. Besonders schwierig ist die Situation für die Betroffenen unter anderem auch deshalb, weil das Gesetz fast überfallsartig ja schon ab dem 1. September 2018 gilt. Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Gesetz von Parteien beschlossen worden ist, die sich bisher als „Familienpartei“ bezeichnet haben. „Ich fordere daher einen umgehenden Ausbau qualifizierter Tagesbetreuungsstellen und eine Ausdehnung der Betreuungszeiten. Es kann nicht sein, dass durch die gesetzliche Änderung in erster Linie Frauen neben der Ausweitung der Arbeitszeit auch noch das schlechte Gewissen haben müssen, weil ihre Kinder unbetreut sind. Es kann auch nicht sein, dass durch eine notwendige längere Betreuung Mehrkosten entstehen und man ihnen unter Umständen mehr Geld aus der linkn Tasche nimmt als sie durch Mehrarbeit in die rechte Tasche verdienen“, fordert der parteifreie Gewerkschafter. „Die Arbeitsbedingungen derer, die in diesen Betreuungseinrichtungen arbeiten sind zu verbessern, es ist keine Lösung, einfach noch mehr Kinder in eine Gruppe zu stecken und zu glauben, damit wäre das Problem gelöst. So sicher nicht!“ gibt sich Gierzinger kämpferisch. „Auch das Kompetenzgerangel – der Bund beschließt ein Gesetz, für Tagesbetreuung sind aber Länder und Gemeinden zuständig- ist den Betroffenen schlicht und einfach egal: Sie brauchen für Ihre Kinder eine qualitätsvolle Betreuung, wenn man ihnen schon die Arbeitsbedingungen verschlechtert. Sollen diese fragwürdige Gesetz am Ende auch noch die Kinder ausbaden müssen?“ fragt der parteifreie Gewerkschafter. 06.Juli 2018