Bei der Forderungsübergabe für die KV-Verhandlungen der Metallindustrie ließen die GPA mit der konkreten Forderung nach 3 Prozent aufhorchen. Besonders die niedrigen Lohngruppen sollten deutlich angehoben werden. Die Arbeitgeber konterten gleich: „Unvorstellbar“ sei ein so hoher Abschluss.

Hier die Argumente der GPA in Kurzform:

Die wirtschaftliche Situation ist sehr solide, die Konjunktur zieht an, die Produktion steigt und die Unternehmen konnten die Gewinne erhöhen.

1) Die Konjunktur zieht an
Die heimische Metallindustrie steht gut da, auch wenn sich die Arbeitgeber bemühen gerade vor der Herbstlohnrunde ein anderes Bild zu zeichnen. Produktion und Produktivität sind in Österreich auf sehr hohem Niveau und steigen trotzdem noch.

Heuer werden laut Wifo (Prognose September 2016) um 2,5 Prozent mehr Waren produziert als letztes Jahr. Auch die Lohnstückkosten bei der Herstellung von Waren steigen nur geringfügig, nämlich um nur 0,1 Prozent. Das heißt, dass den Unternehmen die Beschäftigten pro produziertem Stück kaum mehr kosten als letztes Jahr.

Auch die Inflation ist eine wichtige Kennzahl für Kollektivvertragsverhandlungen. Für die Güter des täglichen Lebens braucht man immer mehr Geld. Diese Preissteigerung soll durch die Lohnerhöhung abgefedert werden. In den letzten zwölf Monaten hatten wir eine Inflationsrate von 0,73 Prozent.


2) Die Gewinne steigen
Laut Branchenanalyse der Arbeiterkammer, bei der 134 Unternehmen der Metallindustrie untersucht wurden*, stiegen die Gewinne 2015 um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 2,1 Milliarden Euro.

2015 lag die durchschnittliche Betriebsleistung pro ArbeitnehmerIn in der Metallindustrie bei 412.468 Euro. Zieht man den benötigten Aufwand ab, erwirtschaftete jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer mehr als 25.000 Euro Gewinn für das Unternehmen.


3) Sehr hohe Ausschüttungen
Doch Gewinne werden zu einem großen Teil, nämlich zu mehr als zwei Dritteln (68,8 Prozent) ausgeschüttet. Die eine Seite hat sich also schon kräftig bedient. Würde man nur die Hälfte aller Ausschüttungen von 2015 für Lohnerhöhungen verwenden, gingen sich 12,7 Prozent aus!

Deshalb sagt die GPA: „Jetzt sind die ArbeitnehmerInnen dran! Wir fordern drei Prozent!“
 

*Im Branchenreport wurden 134 Unternehmen untersucht, für die von 2013 bis 2015 vollständige und vergleichbare Jahresabschlussdaten vorliegen. Gesamt erwirtschafteten diese Unternehmen einen Umsatz von 55 Prozent der gesamten Metallindustrie und beschäftigten 82.517 Personen (48 Prozent der Metallindustrie).